Trachealkollaps

Der Trachealkollaps ist eine Erkrankung des Hundes bei der es, durch ein Zusammenklappen (Kollaps) der Luftröhre (lat.: Trachea) zu einem teilweisen Verschluss kommt.
Hervorgerufen wird dieses Krankheitsbild meistens durch eine Schwäche der Luftröhrenknorpel bzw. der so genannten trachealen Membran.
Die Ursache für diese Knorpelschwäche (Chondromalazie) ist weitgehend unbekannt. Die Erkrankung betrifft hauptsächlich kleinwüchsige Hunderassen, wie den Yorkshire Terrier. Bei cirka einem Viertel aller Patienten mit Trachealkollaps treten bereits in den ersten sechs Monaten Atembeschwerden auf. Der Zeitpunkt des Auftretens von klinischen Beschwerden kann durch mehrere Faktoren stark beeinflusst werden. (siehe Tabelle).



Risikofaktoren beim Trachealkollaps

  • Lungenentzündung

  • chronische Bronchitis

  • Larynxparalyse

  • Lungenödem

  • Linksherzvergrößerung

  • Übergewicht

  • Rauch (Raucherhaushalt)

  • Intubation

Diagnose

Abbildung 1

Abbildung 1


Ein Trachealkollaps kann in vielen Fällen röntgenologisch dargestellt werden. Die endgültige Diagnose und die Einteilung nach Schweregrad erfolgt mittels einer Luftröhrenspiegelung.


Symptome


Klinische Anzeichen für einen Trachealkollaps bestehen oft nur aus einem chronischen Husten. Dieser Husten tritt besonders bei Anstrengung oder bei Aufregung auf und führt zunehmend zu massiven Atemproblemen.
Bedingt durch den ständigen Hustenreiz wird die innere Auskleidung der Luftröhre, das so genannte Flimmerepithel, geschädigt und es kommt zu einer chronischen Entzündung. Entzündungsbedingt steigt die Schleimproduktion in der Luftröhre.
Der produzierte Schleim kann aber durch die geschädigten Flimmerepithelien nicht mehr ausreichend abtransportiert werden. Das Resultat aus diesen Vorgängen ist wiederum Husten; ein Teufelskreislauf ist entstanden.


Konservative Therapie


Bei vielen Patienten mit Trachealkollaps kann durch eine medikamentelle Therapie eine zufrieden stellende Verbesserung des Patienten erreicht werden. Hierbei kommen vor allen Dingen Entzündungshemmer, Schleimlöser, Bronchienerweiterer, Beruhigungsmittel und hustenstillende Präparate zum Einsatz.
Um einen optimalen Therapieerfolg zu erzielen sollten neben dieser medikamentellen Therapie auch mögliche Auslösefaktoren (Tabelle) reduziert werden. Eine zusätzliche Herzdiagnostik bzw. Therapie ist in manchen Fällen notwendig. Patienten die auf die medikamentelle Therapie nicht ausreichend ansprechen befinden sich in vielen Fällen in einer lebensbedrohlichen Situation. Die chirurgische Therapie stellt für diese Patienten oft eine lebensrettende Maßnahme dar.


Chirurgische Therapie


Das Ziel der chirurgischen Therapie ist den Durchmesser der Luftröhre wieder herzustellen und damit die Atmung des Patienten zu verbessern. Da im Zuge der chirurgischen Behandlung nicht die Grundproblematik (Knorpelschwäche), sondern nur das Symptom (Trachealkollaps) behandelt werden kann stellt die Erweiterung der Luftröhre nur eine so genannte palliative (lindernde) Therapie dar.
Im Unterschied zu einer kurativen (heilenden) Behandlung kann bei der palliativen Behandlung nur eine Verbesserung der Symptome, nicht aber eine vollständige Heilung des Patienten erreicht werden. Diese Verbesserung kann zeitlich begrenzt sein und eine weitere Behandlung zu einem späteren Zeitpunkt notwendig machen. Im Wesentlichen wird zwischen zwei verschiedenen Operationsmethoden unterschieden.
In beiden Fällen wird durch das Einbringen eines künstlichen Stützgerüstes versucht das Zusammenklappen der Luftröhre zu verhindern. Abhängig von dem betroffenen Areal der Luftröhre kann dieses Stützgerüst entweder direkt in der Luftröhre oder um die Luftröhre herum platziert werden.


Extraluminale Technik


Die so genannten extraluminalen (außerhalb der Luftröhre) Stützgerüste eignen sich vor allen Dingen bei einem Kollaps im Halsbereich. Im Zuge der Operation werden mehrere Plastikspangen rund um die geschwächten Luftröhrenknorpel angebracht und damit ein weiteres Zusammenklappen der Luftröhre verhindert.
Der chirurgische Zugang zur Luftröhre erfolgt entlang der Halsunterseite. Diese Methode eignet sich nicht für einen Trachealkollaps im inneren des Brustkorbes.


Minimal Invasive Technik

Endotrachealer Stent

Bei der unblutigen, intraluminalen (innerhalb der Luftröhre) Technik wird das Stützgerüst direkt in das innere der Luftröhre eingebracht. Es handelt sich um ein Metallgeflecht aus einer Speziallegierung, das die Luftröhre von innen aufdehnt (Abb 1.). Das Metallgeflecht, der so genannte Stent wird in Narkose und unter Durchleuchtung im zusammengefalteten Zustand in die Luftröhre eingebracht. Wenn der Stent an die richtige Position vorgeschoben wurde wird dieser geöffnet und das Geflecht kleidet die innere Oberfläche der Luftröhre aus.
Diese Methode eignet sich besonders für im Brustkorb (intrathorakal) gelegene Trachealkollapse. Bei einem Kollaps der gesamten Trachea (Hals und Brustkorb) kommt ebenfalls diese Methode zum Einsatz.
Der Stent, also das Stützgerüst das in die Luftröhre eingebracht wird muss größenmäßig exakt auf den Patienten abgestimmt werden. Es ist daher in der Regel notwendig im Vorfeld der eigentlichen Stent Platzierung eine genaue Messung der Luftröhre in Narkose vorzunehmen.
Da es durch die Erweiterung der Trachea bei einem Grossteil der Patienten zu einer unmittelbaren Verbesserung der Atemsituation kommt können die meisten Patienten noch am selben Tag in häusliche Pflege entlassen werden.
Diese Technik ist wegen der Kürze und minimalen Invasivität die heute favorisierte Methode.


Nachbehandlung


Der Großteil der Patienten die wegen eines Trachealkollapses operiert werden, profitieren bis zu mehreren Jahren von diesem Eingriff. Ein möglichst lang anhaltender Behandlungserfolg kann nur dann erzielt werden, wenn der Patient auch nach der Operation dauerhaft medikamentell behandelt wird. Den Trachealkollaps begünstigende Faktoren (Tabelle) sind weiterhin zu vermeiden.
Regelmäßige Kontrollen des Stents werden dringend angeraten.


Komplikationen


Extraluminale Technik

Durch das Einbringen der Plastikspangen kann es zu einer nervalen Schädigung im Halsbereich kommen. Davon betroffene Patienten können in weiterer Folge eine teilweise Kehlkopflähmung (Larynxparalyse) zeigen. Eine Lähmung des Kehlkopfes kann ebenfalls zu Atemproblemen führen und eine weitere Operation notwendig machen.

Intraluminale Technik (Stent)

Mittel- bzw. langfristig besteht die Möglichkeit eines Implantatbruches bzw. einer Implantatwanderung. Diese Komplikationen können lebensbedrohlich sein und eine weitere Operation notwendig machen. Als weitere Komplikationsmöglichkeiten gelten chronische Infektionen der Luftröhre bzw. durch das Implantat hervorgerufene überschießende Gewebsreaktionen. Durch Verwendung spezieller, für die Tiermedizin massgeschneiderter Stents, werden diese Risiken aber so weit als möglich minimiert

Falls Sie sich für eine dieser Behandlungsmethoden interessieren, zögern Sie nicht Kontakt mit uns aufzunehmen.

Telefon: +49 02150 705732
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