Wann ist eine spezialisierte HNO-Untersuchung sinnvoll?
Eine weiterführende Untersuchung kann insbesondere angezeigt sein bei:
chronischem oder einseitigem Nasenausfluss
Nasenbluten
häufigem Niesen oder anfallsartigem Rückwärtsniesen
auffälligen Atemgeräuschen
Atemnot oder eingeschränkter Belastbarkeit
chronischem Husten
wiederkehrenden oder therapieresistenten Ohrentzündungen
Kopfschiefhaltung, Gleichgewichtsstörungen oder Schmerzen im Ohrbereich
Schluckbeschwerden, Würgen oder Stimmveränderungen
Verdacht auf einen Fremdkörper, Polypen oder eine Umfangsvermehrung
Erkrankungen brachyzephaler Hunde und Katzen
Verdacht auf Veränderungen von Kehlkopf, Luftröhre oder Bronchien
Tumoren in Ohr und Nase
Nicht jedes Symptom erfordert dieselbe Untersuchung. Welche diagnostischen Verfahren sinnvoll sind, entscheiden wir individuell anhand der Beschwerden, der bisherigen Befunde und der klinischen Untersuchung.
Unsere HNO-Diagnostik
Für die Abklärung komplexer HNO-Erkrankungen stehen uns verschiedene, aufeinander abgestimmte Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Je nach Fragestellung kombinieren wir die dreidimensionale Bildgebung mit einer direkten endoskopischen Beurteilung und einer gezielten Probenentnahme.
Zu unseren diagnostischen Möglichkeiten gehören:
Cone-Beam-Computertomographie, kurz CBCT
hochauflösende Videootoskopie
Rhinoskopie der Nasenhöhlen und des Nasenrachens
starre Endoskopie mit hochwertigen Olympus-Endoskopen
flexible Endoskopie
Untersuchung von Rachen und Kehlkopf
Tracheoskopie und Bronchoskopie
gezielte Entnahme von Biopsien, Abstrichen, Spülproben und Sekreten
zytologische, histopathologische und mikrobiologische Untersuchungen
Hirnstammaudiometrie bei vermuteter Taubheit
Durch die Kombination dieser Verfahren lassen sich oberflächlich sichtbare Veränderungen ebenso beurteilen wie tiefer gelegene Strukturen, die bei einer normalen Untersuchung nicht einsehbar sind.
chronische Rhinitis
nasale Aspergillose
Fremdkörper in der Nasenhöhle
Polypen oder andere Umfangsvermehrungen
Veränderungen der Nasenmuscheln
Erkrankungen der Stirnhöhlen
Veränderungen des Mittelohres
Otitis media
knöcherne Veränderungen des Gehörgangs
Zahnwurzelentzündungen mit Beteiligung der Nasenhöhle
brachyzephaliebedingte anatomische Veränderungen
Die Schnittbilddiagnostik zeigt, wo eine Veränderung lokalisiert ist und wie weit sie sich ausdehnt. Sie ersetzt jedoch nicht in jedem Fall die Endoskopie. Während das CBCT die anatomischen Strukturen darstellt, erlaubt die Endoskopie die direkte Beurteilung der Schleimhaut und eine gezielte Probenentnahme.
Videootoskopie: präzise Untersuchung des äußeren Gehörgangs und Trommelfells
Bei chronischen oder wiederkehrenden Ohrentzündungen reicht die Untersuchung mit einem herkömmlichen Handotoskop häufig nicht aus. Mit der Videootoskopie können wir den Gehörgang vergrößert auf einem Monitor beurteilen und Veränderungen dokumentieren.
Dabei lassen sich unter anderem erkennen:
entzündliche Veränderungen
starke Verengungen des Gehörgangs
Fremdkörper
Tumoren oder andere Gewebsveränderungen
Veränderungen oder Defekte des Trommelfells
Sekretansammlungen
Polypen
Hinweise auf eine Beteiligung des Mittelohres
Während der Videootoskopie können wir den Gehörgang kontrolliert spülen, tief sitzendes Material entfernen und gezielt Proben für die zytologische oder mikrobiologische Untersuchung entnehmen.
Bei Verdacht auf eine Mittelohrerkrankung kann zusätzlich eine Myringotomie, also eine gezielte Eröffnung des Trommelfells, mit Entnahme einer Probe aus dem Mittelohr erforderlich sein. Die Entscheidung erfolgt anhand der klinischen, bildgebenden und videootoskopischen Befunde.
Rhinoskopie mit hochauflösenden starren Endoskopen
Für die Untersuchung der Nasenhöhlen setzen wir hochauflösende starre Endoskope von Olympus ein. Sie ermöglichen eine detailreiche Darstellung der Nasenschleimhaut und der zugänglichen Nasengänge.
Die starre Rhinoskopie eignet sich besonders zur Beurteilung von:
chronischen oder einseitigen Entzündungen
Veränderungen der Nasenmuscheln
Pilzbelägen bei nasaler Aspergillose
Fremdkörpern
Blutungsquellen
Polypen
Gewebsveränderungen und Umfangsvermehrungen
Unter direkter Sicht können auffällige Bereiche gezielt biopsiert werden. Fremdkörper, Sekrete oder kleinere Veränderungen lassen sich in geeigneten Fällen unmittelbar endoskopisch entfernen oder behandeln.
Die hochauflösende Darstellung erleichtert es, Proben nicht nur blind aus der Nasenhöhle, sondern gezielt aus tatsächlich verändertem Gewebe zu entnehmen. Das kann die diagnostische Aussagekraft deutlich verbessern.
Untersuchung des Nasenrachens
Ein Teil der Nasenhöhle und insbesondere der Nasenrachen ist von vorne nur eingeschränkt einsehbar. Deshalb untersuchen wir den Nasenrachen bei entsprechender Fragestellung zusätzlich über die Maulhöhle beziehungsweise retrograd.
Diese Untersuchung ist insbesondere sinnvoll bei Verdacht auf:
nasopharyngeale Polypen
Fremdkörper
entzündliche Veränderungen
nasopharyngeale Stenosen
Veränderungen des weichen Gaumens
Raumforderungen im Nasenrachen
Gerade bei Katzen können nasopharyngeale Polypen zu Atemgeräuschen, Nasenausfluss, Schluckproblemen oder Mittelohrerkrankungen führen.
Flexible Endoskopie von Rachen, Kehlkopf, Luftröhre und Bronchien
Flexible Endoskope ermöglichen die Untersuchung von Bereichen, die mit starren Instrumenten nicht oder nur eingeschränkt erreichbar sind. Dazu gehören tiefere Abschnitte des Rachens, der Kehlkopf, die Luftröhre und die Bronchien.
Je nach klinischer Fragestellung führen wir eine flexible Endoskopie durch zur Abklärung von:
chronischem Husten
auffälligen Atemgeräuschen
Kehlkopferkrankungen
Larynxparalyse
Bronchialkollaps
Fremdkörpern in den Atemwegen
chronisch-entzündlichen Atemwegserkrankungen
Blutungen aus den Atemwegen
Verdacht auf eine Umfangsvermehrung
Bei einer Bronchoskopie können die Luftröhre, die Hauptbronchien und – abhängig von Größe und Anatomie des Patienten – weitere Bronchialabschnitte systematisch beurteilt werden.
Zusätzlich kann eine bronchoalveoläre Lavage durchgeführt werden. Dabei wird sterile Flüssigkeit in einen ausgewählten Atemwegsabschnitt eingebracht und wieder zurückgewonnen. Das gewonnene Material kann zytologisch und mikrobiologisch untersucht werden.
Gezielte Probenentnahme statt alleiniger Bildbeurteilung
Bildgebung und Endoskopie liefern wichtige Informationen, beantworten aber nicht jede diagnostische Frage allein. Entzündliche, infektiöse und neoplastische Veränderungen können äußerlich ähnlich erscheinen.
Deshalb entnehmen wir bei entsprechender Indikation gezielt:
Gewebebiopsien für die histopathologische Untersuchung
Abstriche oder Sekrete für mikrobiologische Untersuchungen
Material für die Zytologie
Mittelohrproben
Nasenspülproben
Tracheal- oder Bronchialsekret
Proben aus einer bronchoalveolären Lavage
Häufig von uns untersuchte und behandelte HNO-Erkrankungen
Die Ergebnisse werden immer gemeinsam mit der klinischen Untersuchung, der Bildgebung und dem endoskopischen Befund beurteilt.
Nase und Nasennebenhöhlen
chronische Rhinitis
nasale Aspergillose
Fremdkörper der Nasenhöhle
Nasenpolypen
Veränderungen der Nasenmuscheln
Nasenbluten
nasopharyngeale Stenosen
gutartige und bösartige Umfangsvermehrungen
Erkrankungen der Stirnhöhlen
Zahnwurzelentzündungen mit Beteiligung der Nasenhöhle
Ohren und Mittelohr
chronische oder therapieresistente Otitis externa
Otitis media
Paukenergüsse und Otitis media with effusion
Polypen des Gehörgangs oder Mittelohres
Fremdkörper
Veränderungen des Trommelfells
Verengungen des Gehörgangs
Umfangsvermehrungen des Gehörgangs
operative Erkrankungen der Bulla tympanica
Entfernung des äußeren Gehörganges mit Eröffnung des Mittelohres (TECA LBO)
Rachen und Kehlkopf
Erkrankungen des weichen Gaumens
Larynxparalyse
Larynxkollaps
nasopharyngeale Polypen
Tonsillenerkrankungen
Verletzungen von Mundhöhle und Rachen
Stimmveränderungen und Schluckstörungen
Luftröhre und Bronchien
Trachealkollaps
Bronchialkollaps
chronische Tracheitis oder Bronchitis
Fremdkörper
entzündliche Atemwegserkrankungen
strukturelle Veränderungen der Atemwege
ausgewählte Erkrankungen, bei denen eine endoskopische oder interventionelle Behandlung möglich ist
Diagnostik und Therapie möglichst sinnvoll verbinden
Viele HNO-Untersuchungen müssen bei Hund und Katze in einer kontrollierten Narkose durchgeführt werden. Wenn es medizinisch sinnvoll und sicher möglich ist, planen wir die Untersuchung deshalb so, dass mehrere diagnostische Schritte miteinander kombiniert werden können.
Beispielsweise können in einer Narkose ein CBCT des Kopfes, eine Videootoskopie oder Rhinoskopie und eine gezielte Probenentnahme erfolgen. Bei geeigneten Befunden können außerdem Fremdkörper entfernt, Gehörgänge gespült oder bestimmte Veränderungen unmittelbar endoskopisch behandelt werden.
Welche Untersuchungen miteinander kombiniert werden können, hängt von der Erkrankung, dem Allgemeinzustand des Patienten und der Narkosesicherheit ab.
Interdisziplinäre Beurteilung komplexer Fälle
HNO-Erkrankungen überschneiden sich häufig mit anderen Fachgebieten. Chronische Ohrentzündungen können beispielsweise durch dermatologische Grunderkrankungen begünstigt werden. Nasenausfluss kann mit Zahnwurzelentzündungen zusammenhängen, und Atemprobleme können zusätzlich durch Herz- oder Lungenerkrankungen beeinflusst werden.
Bei Bedarf beziehen wir deshalb unsere Fachbereiche für Chirurgie, Dermatologie, Innere Medizin, Kardiologie, Zahnheilkunde, Augenheilkunde und bildgebende Diagnostik in die Untersuchung und Therapieplanung ein.
Was moderne HNO-Diagnostik leisten kann – und was nicht
CBCT und Endoskopie ermöglichen eine sehr genaue Untersuchung, führen aber nicht in jedem Fall sofort zu einer abschließenden Diagnose. Manche Erkrankungen zeigen nur unspezifische Veränderungen. Bei Tumorverdacht oder chronischen Entzündungen ist häufig die feingewebliche Untersuchung einer Biopsie entscheidend.
Auch negative mikrobiologische Ergebnisse schließen eine Infektion nicht immer vollständig aus. Umgekehrt bedeutet der Nachweis von Bakterien nicht automatisch, dass diese die alleinige Ursache der Erkrankung sind.
Wir besprechen deshalb vor der Untersuchung, welche diagnostischen Schritte sinnvoll sind, welche Ergebnisse zu erwarten sind und welche weiterführenden Untersuchungen abhängig vom Befund erforderlich werden können.
HNO-Diagnostik in unserer Praxis auf einen Blick
-dreidimensionale Kopfdiagnostik mittels CBCT
-hochauflösende Videootoskopie
-starre Rhinoskopie mit hochwertigen Olympus-Endoskopen
-flexible Endoskopie von Rachen, Kehlkopf und Atemwegen
-Tracheoskopie und Bronchoskopie
-gezielte Biopsien und mikrobiologische Proben
-endoskopische Entfernung von Fremdkörpern und Polypen
-interdisziplinäre Beurteilung komplexer und chronischer Fälle
Häufige Fragen zur HNO-Diagnostik bei Hund und Katze
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Wann braucht mein Hund oder meine Katze eine Rhinoskopie?
Eine Rhinoskopie kann bei chronischem oder einseitigem Nasenausfluss, Nasenbluten, häufigem Niesen, Verdacht auf einen Fremdkörper, eine Pilzinfektion, einen Polypen oder eine andere Gewebsveränderung sinnvoll sein. Ob zunächst ein CBCT oder direkt eine endoskopische Untersuchung empfohlen wird, hängt vom individuellen Befund ab.
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Was ist der Unterschied zwischen CBCT und Rhinoskopie?
Das CBCT erzeugt dreidimensionale Schnittbilder der Nasenhöhlen, Nasennebenhöhlen, Zähne, Gehörgänge und angrenzenden Knochenstrukturen. Die Rhinoskopie ermöglicht dagegen die direkte Betrachtung der Schleimhaut. Außerdem können dabei gezielt Biopsien entnommen oder Fremdkörper entfernt werden. Häufig ergänzen sich beide Verfahren.
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Warum ist bei einer chronischen Ohrentzündung eine Videootoskopie sinnvoll?
Mit der Videootoskopie lässt sich der gesamte zugängliche Gehörgang vergrößert darstellen. Dadurch können tief gelegene Entzündungen, Fremdkörper, Polypen, Veränderungen des Trommelfells oder Hinweise auf eine Mittelohrerkrankung besser erkannt werden. Gleichzeitig sind eine kontrollierte Ohrspülung und eine gezielte Probenentnahme möglich.
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Kann das Mittelohr beim Hund oder bei der Katze untersucht werden?
Bei Verdacht auf eine Mittelohrerkrankung kann das Mittelohr zunächst mittels CBCT beurteilt werden. Abhängig vom Befund kann zusätzlich eine Videootoskopie mit Myringotomie und gezielter Entnahme einer Mittelohrprobe erforderlich sein
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Was ist eine Bronchoskopie?
Bei der Bronchoskopie wird ein flexibles Endoskop über die Atemwege in die Luftröhre und die Bronchien eingeführt. So können strukturelle Veränderungen, Entzündungen, Kollapszustände, Fremdkörper oder Umfangsvermehrungen direkt beurteilt werden. Zusätzlich können Proben oder eine bronchoalveoläre Lavage gewonnen werden.
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Erfolgen HNO-Untersuchungen in Narkose?
Rhinoskopie, gründliche Videootoskopie, Bronchoskopie und gezielte Probenentnahmen werden bei Hund und Katze in der Regel in einer kontrollierten Narkose durchgeführt. Vorher wird beurteilt, welche Voruntersuchungen notwendig sind und ob mehrere diagnostische Schritte sinnvoll miteinander kombiniert werden können.
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Können Fremdkörper direkt endoskopisch entfernt werden?
Viele Fremdkörper aus Nase, Gehörgang, Rachen, Luftröhre oder Bronchien können unter endoskopischer Sicht entfernt werden. Ob dies möglich ist, hängt von Lage, Größe, Beschaffenheit und den bereits verursachten Gewebeschäden ab.
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Behandeln Sie auch brachyzephale Hunde und Katzen?
Ja. Die Diagnostik und Behandlung brachyzephaler Patienten ist ein besonderer Schwerpunkt unserer Praxis. Dabei werden nicht nur Nasenlöcher und Gaumensegel, sondern je nach Patient auch Nasenhöhle, Nasenrachen, Kehlkopf und weitere Abschnitte der Atemwege beurteilt.

