Gastroenterologie für Hund und Katze in Meerbusch
Magen-Darm-Erkrankungen gehören zu den häufigsten Gründen, warum Hunde und Katzen in der Kleintiermedizin vorgestellt werden. Akuter oder chronischer Durchfall, Erbrechen, Appetitverlust, Gewichtsabnahme, Bauchschmerzen, Blähungen, Blut oder Schleim im Kot, Futtermittelunverträglichkeiten und wiederkehrende Verdauungsprobleme können viele Ursachen haben. Deshalb ist eine strukturierte Diagnostik entscheidend.
In unserer Kleintierpraxis in Meerbusch bieten wir eine spezialisierte gastroenterologische Abklärung und Therapie für Hunde und Katzen an. Inhouse steht Ihnen mit Fr. Dr. Monia Härtel eine anerkannte Spezialistin im Bereich Gastroenterologie zur Verfügung. So können viele Untersuchungen und Therapieschritte direkt bei uns geplant, durchgeführt und überwacht werden.
Wann sollte ein Hund oder eine Katze gastroenterologisch untersucht werden?
wiederkehrendem oder chronischem Durchfall
wiederkehrendem Erbrechen
Gewichtsverlust trotz Futteraufnahme
Appetitlosigkeit oder wechselndem Appetit
Blut, Schleim oder Fettbeimengungen im Kot
chronischen Blähungen oder Bauchgeräuschen
Bauchschmerzen, aufgekrümmtem Rücken oder Unruhe
Verdacht auf Futtermittelunverträglichkeit oder Futtermittelallergie
Verdacht auf chronische Darmentzündung, heute fachlich häufig als chronische entzündliche Enteropathie bezeichnet
Verdacht auf Proteinverlust über den Darm, sogenannte protein-losing enteropathy / PLE
Verdacht auf Bauchspeicheldrüsenerkrankungen, Leber-, Gallen- oder Stoffwechselerkrankungen
ungeklärten Laborveränderungen wie niedrigem Albumin, Vitamin-B12-Mangel oder Entzündungswerten
Unsere gastroenterologische Diagnostik
Wir untersuchen nicht nur den Darm isoliert, sondern betrachten den gesamten Patienten. Viele Erkrankungen außerhalb des Darms können ähnliche Symptome verursachen – zum Beispiel Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, Leber, Nieren, Nebennieren, Infektionen, Parasiten oder Tumorerkrankungen.
1. Ausführliche Anamnese und klinische Untersuchung
Dauer und Verlauf der Symptome
Kotbeschaffenheit, Häufigkeit, Blut- oder Schleimbeimengungen
Erbrechen, Appetit, Gewichtsentwicklung
bisherige Medikamente, Antibiotika, Entwurmungen
genaue Fütterung inklusive Leckerchen, Kauartikeln, BARF, Diäten und Nahrungsergänzungen
Auslandsaufenthalte, Kontakt zu anderen Tieren, Infektionsrisiken
Vorbefunde und bisherige Therapieversuche
Bei chronischen Darmerkrankungen empfiehlt die aktuelle ACVIM-orientierte Diagnostik eine gründliche klinische Untersuchung inklusive Beurteilung von Körperkondition, Muskelmasse und Hinweisen auf Eiweißverlust wie Aszites oder Ödeme.
2. Inhouse-Blutuntersuchungen und weiterführende Labordiagnostik
Viele wichtige Blutwerte können wir direkt inhouse bestimmen. Je nach Fall ergänzen wir spezielle Laboruntersuchungen.
Mögliche Untersuchungen sind:
großes Blutbild
klinische Chemie inklusive Leber-, Nieren-, Eiweiß- und Elektrolytwerten
Albumin, Gesamtprotein, Cholesterin
Entzündungsmarker
Vitamin B12 / Cobalamin und Folat
Bauchspeicheldrüsenparameter, z. B. spezifische Pankreaslipase und TLI
Cortisol / ACTH-Stimulation bei Verdacht auf atypischen Morbus Addison
Gerinnungsdiagnostik bei schweren Eiweißverlustsyndromen
Urinuntersuchung inklusive UPC bei erniedrigtem Albumin
direkter Erregernachweis durch PCR Test in unserem Sofortlabor von Corona- und Parvoviren, Giardien, Kryptokokken, Tritrichomonas fetus und weiteren Enteritiserregern.
3. Kotuntersuchungen und Mikrobiomdiagnostik
Kotuntersuchungen sind ein wichtiger Bestandteil der Abklärung. Je nach Symptomatik untersuchen wir auf:
Parasiten und Wurmeier
Giardia
bakterielle Erreger bei passender Fragestellung
Verdauungsrückstände
Hinweise auf Dysbiose
gegebenenfalls fäkale Entzündungsmarker oder Marker für intestinalen Proteinverlust
Bei bestimmten Risikofaktoren, zum Beispiel Rohfütterung, Verdacht auf granulomatöse Kolitis oder spezielle infektiöse Ursachen, können weiterführende kulturelle oder molekulare Tests sinnvoll sein. ACVIM-orientiert wird betont, dass bakterielle Diagnostik gezielt und nicht pauschal eingesetzt werden sollte; Mikrobiomanalysen können in ausgewählten Fällen zur individuellen Steuerung beitragen.
4. Hochauflösender Bauchultraschall mit Vetus 9
Ein zentraler Baustein unserer Diagnostik ist der abdominale Ultraschall. In unserer Praxis führen wir gastroenterologische Ultraschalluntersuchungen mit dem Vetus 9 durch.
Beurteilt werden unter anderem:
Magen, Dünndarm und Dickdarm
Darmwandschichtung und Darmwanddicke
Motilität
Lymphknoten
Leber, Gallenblase und Gallengänge
Bauchspeicheldrüse
Milz, Nieren und Nebennieren
freie Flüssigkeit im Bauchraum
Hinweise auf Lymphangiektasie, Entzündung, Fremdkörper, Tumoren oder andere Differenzialdiagnosen
5. Gastro- und Koloskopie mit gezielter Biopsie
Wenn die Symptome anhalten, schwer sind oder wichtige Labor- oder Ultraschallbefunde vorliegen, kann eine Endoskopie erforderlich sein. Wir führen sowohl Gastroskopien als auch Koloskopien durch.
Dabei können wir:
Speiseröhre, Magen und Dünndarmanteile beurteilen
Dickdarm und, wenn möglich, Ileum untersuchen
Schleimhautveränderungen direkt sichtbar machen
gezielt Biopsien entnehmen
Proben histopathologisch untersuchen lassen
zwischen Entzündung, Lymphangiektasie, bestimmten Infektionen und Tumorerkrankungen differenzieren
die weitere Therapie fundiert planen
Nach ACVIM-Standard ist die Endoskopie mit Biopsie und Histopathologie besonders dann angezeigt, wenn relevante Differenzialdiagnosen ausgeschlossen wurden und die Beschwerden trotz korrekt durchgeführter Diätversuche bestehen bleiben oder wenn Schweregrad, Hypoalbuminämie oder klinischer Zustand eine frühere Abklärung rechtfertigen. Wenn endoskopiert wird, sollen oberer und unterer Gastrointestinaltrakt möglichst vollständig beurteilt und ausreichend Biopsien entnommen werden.
Moderne Therapie bei Magen-Darm-Erkrankungen
Die Therapie richtet sich nicht nur nach einem einzelnen Symptom, sondern nach Diagnose, Schweregrad, Laborwerten, Ernährungsstatus und Ansprechen auf Vorbehandlungen.
1. Akute Magen-Darm-Erkrankungen
Bei akuten, unkomplizierten Verdauungsstörungen kann eine symptomatische Behandlung ausreichend sein. Dazu gehören je nach Patient:
Flüssigkeitsausgleich
Antiemetika gegen Übelkeit und Erbrechen
Magen-Darm-Schonkost
Elektrolyt- und Energieversorgung
Schmerztherapie bei Bauchschmerzen
gezielte Parasitenbehandlung bei Nachweis oder starkem Verdacht
Verlaufskontrolle
Wichtig: Länger anhaltender Durchfall, Blut im Kot, wiederholtes Erbrechen, Mattigkeit, Fieber, Gewichtsverlust oder Symptome bei Welpen, Senioren und vorerkrankten Tieren sollten zeitnah tierärztlich abgeklärt werden.
2. Strukturierte Diättherapie
Bei chronischen Darmerkrankungen ist die Diättherapie häufig der wichtigste erste Therapieschritt. Sie ist gleichzeitig diagnostisch wertvoll, weil viele Hunde mit chronischer Enteropathie futterresponsiv sind.
Mögliche Diätstrategien sind:
hochverdauliche gastrointestinale Diäten
hydrolysierte Proteindiäten
Diäten mit neuartiger Proteinquelle
ballaststoffangepasste Diäten
fettarme bis ultrafettarme Diäten, besonders bei Lymphangiektasie oder Fettverdauungsproblemen
individuell gekochte Eliminationsdiäten
langfristige Ernährungskonzepte bei chronischen Erkrankungen
Die aktuelle ACVIM-Empfehlung sieht korrekt durchgeführte therapeutische Diätversuche als bevorzugte erste diagnostisch-therapeutische Maßnahme bei klinisch stabilen Hunden mit Verdacht auf chronische entzündliche Enteropathie. Idealerweise werden mehrere unterschiedliche Diätkategorien jeweils exklusiv über mindestens zwei Wochen getestet; die Reaktion sollte strukturiert überwacht werden.
3. Vitamin-B12- und Mikronährstofftherapie
Ein Vitamin-B12-Mangel ist bei chronischen Darmerkrankungen häufig und kann die Prognose beeinflussen. Deshalb bestimmen wir Cobalamin bei entsprechenden Patienten und supplementieren gezielt oral oder per Injektion.
Nach ACVIM-Empfehlung sollte ein suboptimaler Vitamin-B12-Status behandelt und nach Abschluss der Therapie kontrolliert werden. Auch Folat- oder Vitamin-D-Veränderungen können in ausgewählten Fällen relevant sein.
4. Entzündungshemmende und immunmodulierende Therapie
Wenn eine chronische entzündliche Enteropathie nicht ausreichend auf Diätmaßnahmen anspricht oder wenn schwere Krankheitsbilder wie Proteinverlustenteropathie, Lymphangiektasie oder deutliche Schleimhautentzündung vorliegen, kann eine medikamentöse Therapie notwendig werden.
Je nach Diagnose und Schweregrad kommen infrage:
Prednisolon oder andere Glukokortikoide
Budesonid in ausgewählten Fällen
Cyclosporin
Chlorambucil bei bestimmten chronischen oder lymphozytären Erkrankungen
weitere individuell abgestimmte immunsuppressive oder immunmodulierende Konzepte
engmaschige Blut- und Verlaufskontrollen
Bei Proteinverlustenteropathie werden in der Literatur unter anderem Prednisolon, Cyclosporin oder Kombinationstherapien beschrieben; die Auswahl hängt stark von Ursache, Schweregrad und individueller Verträglichkeit ab.
5. Antibiotika nur gezielt und verantwortungsvoll
Früher wurden chronische Durchfälle häufig antibiotisch behandelt. Heute ist man deutlich zurückhaltender. Antibiotika können die Darmflora langfristig stören und sollten nicht unkritisch eingesetzt werden.
Die aktuelle ACVIM-orientierte Empfehlung rät von empirischer antimikrobieller Therapie bei Verdacht auf chronische entzündliche Enteropathie ab. Antibiotika sollten besonderen Indikationen vorbehalten bleiben, zum Beispiel bestimmten bakteriellen Erkrankungen oder granulomatöser Kolitis nach geeigneter Diagnostik und Resistenztestung.
6. Probiotika, Präbiotika und Synbiotika
Probiotika, Präbiotika und Synbiotika können in ausgewählten Fällen unterstützend eingesetzt werden. Sie ersetzen aber keine fundierte Diagnostik und keine gezielte Diät- oder medikamentöse Therapie.
Die ACVIM-Empfehlung sieht für Prä-, Pro- und Synbiotika eine begrenzte, aber mögliche Rolle; einzelne Präparate können bei bestimmten Patienten ergänzend erwogen werden.
7. Kottransplantation / Fecal Microbiota Transplantation
Wir bieten in unserer Praxis auch Kottransplantation, fachlich Fecal Microbiota Transplantation / FMT, an. Dabei wird aufbereitete Darmmikrobiota eines gesunden, sorgfältig ausgewählten Spenders in den Darm des Patienten eingebracht, um eine gestörte Darmflora zu modulieren.
FMT kann insbesondere bei ausgewählten chronischen Darmerkrankungen, ausgeprägter Dysbiose oder unzureichendem Ansprechen auf andere Therapien als ergänzende Behandlung diskutiert werden. Die ersten veterinärmedizinischen klinischen Leitlinien zur FMT bei Hunden und Katzen wurden 2024 veröffentlicht; sie beschreiben FMT als mikrobiomgerichtete Therapie und geben Empfehlungen zur praktischen Durchführung.
Bei chronischer entzündlicher Enteropathie des Hundes wird FMT nach ACVIM-orientierter Einordnung als mögliche ergänzende Therapie betrachtet, wenn mit anderen Maßnahmen keine stabile Remission erreicht wird.
Erkrankungen, die wir gastroenterologisch abklären und behandeln
Zu den häufigen Krankheitsbildern gehören:
akuter und chronischer Durchfall
chronisches Erbrechen
Futtermittelunverträglichkeit und futterresponsive Enteropathie
chronische entzündliche Enteropathie
Proteinverlustenteropathie / PLE
intestinale Lymphangiektasie
Gastritis und Enteritis
Colitis und Dickdarmentzündungen
Bauchspeicheldrüsenerkrankungen, z. B. Pankreatitis oder exokrine Pankreasinsuffizienz
Leber- und Gallenerkrankungen mit gastrointestinalen Symptomen
Darmparasiten und Giardien
Dysbiose des Darmmikrobioms
gastrointestinale Blutungen
Verdacht auf intestinale Tumoren oder Lymphom
Fremdkörper und Passagestörungen
Gewichtsverlust unklarer Ursache
Warum Gastroenterologie bei uns?
Unsere gastroenterologische Betreuung verbindet Spezialisierung, moderne Technik und kurze Wege:
Inhouse-Spezialistin: Fr. Dr. Monia Härtel als anerkannte Spezialistin für Gastroenterologie
Sofortdiagnostik: Blutuntersuchungen und wichtige Laborwerte direkt in der Praxis
Moderne Bildgebung: hochauflösender Ultraschall mit Vetus 9
Endoskopie: Gastro- und Koloskopie inklusive Biopsieentnahme
Histopathologie: gezielte Gewebeuntersuchung zur sicheren Einordnung
Therapie aus einer Hand: Diät, Medikamente, Mikrobiomtherapie und Kottransplantation
ACVIM-orientiertes Vorgehen: strukturierte Diagnostik und Therapie nach aktuellem internistischem Standard
Regionale Erreichbarkeit: Meerbusch, Düsseldorf, Krefeld, Neuss, Willich und Umgebung
Unser Vorgehen bei chronischen Magen-Darm-Problemen
Wir arbeiten stufenweise und individuell:
Erstgespräch und Untersuchung
Wir erfassen Symptome, Verlauf, Fütterung, Vorbehandlungen und klinischen Schweregrad.
Basisdiagnostik
Blut, Kot, Urin und gegebenenfalls erste Spezialparameter.
Ultraschall mit Vetus 9
Beurteilung von Darm, Lymphknoten, Bauchorganen und möglichen Differenzialdiagnosen.
Gezielte Diättherapie
Strukturierter Diätversuch mit klarer Erfolgskontrolle.
Endoskopie bei Bedarf
Gastro- und Koloskopie mit Biopsien, wenn die Erkrankung schwer, unklar oder therapieresistent ist.
Individuelle Therapieplanung
Ernährung, Vitamin-B12-Ausgleich, entzündungshemmende Therapie, Immunmodulation, Mikrobiomtherapie oder Kottransplantation.
Verlaufskontrolle
Regelmäßige klinische Kontrollen, Laborwerte und Anpassung der Therapie.
Häufige Fragen zur Gastroenterologie bei Hund und Katze
Wann ist Durchfall ein Notfall?
Ein Notfall liegt vor, wenn Durchfall mit starkem Erbrechen, Blut im Kot, Kreislaufschwäche, Fieber, starken Bauchschmerzen, Austrocknung, Apathie oder rascher Verschlechterung einhergeht. Auch Welpen, sehr alte Tiere und chronisch kranke Tiere sollten frühzeitig vorgestellt werden.
Muss immer eine Endoskopie gemacht werden?
Nein. Bei klinisch stabilen Patienten wird häufig zunächst mit Blut-, Kot- und Ultraschalldiagnostik sowie einem strukturierten Diätversuch begonnen. Eine Gastro- oder Koloskopie ist besonders sinnvoll, wenn schwere Symptome, Gewichtsverlust, Hypoalbuminämie, auffällige Bildgebung oder fehlendes Ansprechen auf Diättherapie vorliegen.
Was bringt eine Darmbiopsie?
Eine Biopsie ermöglicht die feingewebliche Untersuchung der Schleimhaut. Sie hilft, Entzündungen, Lymphangiektasie, bestimmte Infektionen und tumoröse Prozesse besser einzuordnen und die Therapie gezielter zu planen.
Sind Antibiotika bei chronischem Durchfall sinnvoll?
Nur in ausgewählten Fällen. Moderne Leitlinien betonen einen zurückhaltenden Einsatz, weil Antibiotika die Darmflora schädigen und Resistenzen fördern können. Bei speziellen bakteriellen Erkrankungen können sie nach Diagnostik und Resistenztestung sinnvoll sein.
Was ist eine Kottransplantation?
Bei der Kottransplantation wird aufbereitete Mikrobiota eines gesunden Spenders auf den Patienten übertragen. Ziel ist es, eine gestörte Darmflora positiv zu beeinflussen. Sie kann bei ausgewählten chronischen Darmerkrankungen ergänzend eingesetzt werden.
Kann mein Tier mit chronischer Darmerkrankung wieder normal leben?
Viele Hunde und Katzen mit chronischen Magen-Darm-Erkrankungen können mit gezielter Diagnostik, passender Ernährung und individuell angepasster Therapie langfristig eine gute Lebensqualität erreichen. Entscheidend ist, die Ursache möglichst genau einzugrenzen und die Therapie konsequent zu kontrollieren.
Termin zur gastroenterologischen Abklärung
Wenn Ihr Hund oder Ihre Katze unter wiederkehrendem Durchfall, Erbrechen, Gewichtsverlust oder unklaren Verdauungsproblemen leidet, vereinbaren Sie gerne einen Termin zur gastroenterologischen Abklärung.




