Besondere Erfahrung in der veterinärmedizinischen Audiometrie
Die zuverlässige Durchführung einer BAER-Untersuchung erfordert nicht nur die entsprechende technische Ausstattung, sondern auch Erfahrung bei der Vorbereitung des Patienten, der Platzierung der Elektroden und der Interpretation der aufgezeichneten Kurven.
Dr. Jens M. Diel beschäftigt sich seit 2003 mit der audiometrischen Untersuchung von Hunden und Katzen. Seitdem wurden in unserer Praxis mehr als 1.000 Einzelpatienten und Welpen aus zahlreichen Würfen untersucht.
Diese langjährige Erfahrung ist besonders wertvoll bei:
sehr jungen Welpen
großen Würfen
unruhigen oder ängstlichen Patienten
schwer interpretierbaren Messkurven
einseitigen Hörstörungen
Zuchtuntersuchungen
der Abklärung eines möglichen erworbenen Hörverlustes
Was ist eine BAER-Hirnstammaudiometrie?
BAER steht für „Brainstem Auditory Evoked Response“. Im Deutschen werden auch die Begriffe Hirnstammaudiometrie, AEP-Untersuchung oder akustisch evozierte Potenziale verwendet.
Während der Untersuchung erhält das Tier über einen kleinen Ohrhörer definierte akustische Reize. Feine Elektroden erfassen die dadurch ausgelösten elektrischen Signale entlang des Hörnervs und im Hirnstamm. Diese Reaktionen werden als Kurven auf einem Computer dargestellt und fachlich beurteilt.
Auf diese Weise lässt sich objektiv feststellen, ob ein Schallreiz über das Innenohr und den Hörnerv bis zum Hirnstamm weitergeleitet wird.
Beide Ohren werden separat untersucht. Dadurch können wir unterscheiden zwischen:
normalem Hörvermögen auf beiden Seiten
einseitiger Taubheit
beidseitiger Taubheit
auffälligen oder nicht eindeutig auswertbaren Befunden
Warum reicht eine Beobachtung des Verhaltens nicht immer aus?
Ein beidseitig taubes Tier fällt häufig dadurch auf, dass es nicht auf Stimmen, Geräusche oder akustische Signale reagiert. Eine einseitige Taubheit kann im Alltag dagegen lange unbemerkt bleiben.
Hunde und Katzen mit nur einem hörenden Ohr können Geräusche weiterhin wahrnehmen und sich weitgehend normal verhalten. Häufig fällt lediglich auf, dass sie die Richtung einer Geräuschquelle schlechter bestimmen können.
Ein Klatschen, Pfeifen oder Rascheln ist deshalb kein zuverlässiger Hörtest. Das Tier kann auf:
reagieren, ohne den eigentlichen Ton gehört zu haben.
Die BAER-Hirnstammaudiometrie liefert dagegen ein objektives, seitengetrenntes Ergebnis.
Welpen aus Rassen mit erhöhtem Risiko für angeborene Taubheit
weißen oder überwiegend weiß gezeichneten Hunden und Katzen
Merle- oder Piebald-Färbung
Zuchtuntersuchungen
Verdacht auf einseitige oder beidseitige Taubheit
fehlender Reaktion auf Geräusche oder Kommandos
Schwierigkeiten bei der Ortung von Geräuschen
auffälligem Verhalten im Straßenverkehr
plötzlicher oder zunehmender Hörminderung
chronischen Erkrankungen des äußeren oder mittleren Ohres
Kopfverletzungen
neurologischen Erkrankungen
Einsatz- und Diensthunden
Verlaufskontrollen bei ausgewählten Erkrankungen
Nicht jede Hörstörung hat dieselbe Ursache. Bei einem vermuteten erworbenen Hörverlust kann zusätzlich eine Untersuchung des äußeren Gehörgangs, des Trommelfells und des Mittelohres erforderlich sein.
Angeborene Taubheit bei Hund und Katze
Angeborene Taubheit kann grundsätzlich bei Hunden aller Rassen und auch bei Mischlingen auftreten. Bestimmte Pigmentierungsmerkmale und Rassen sind jedoch häufiger betroffen.
Ein erhöhtes Risiko ist unter anderem bei einigen Hunden mit ausgeprägter Weißzeichnung, Piebald- oder Merle-Färbung beschrieben. Zu den bekannteren betroffenen Rassen gehören beispielsweise:
Dalmatiner
Australian Cattle Dog
Australian Shepherd
English Setter
Bullterrier
Dogo Argentino
Jack Russell Terrier
Border Collie
Cocker Spaniel
Deutsche Dogge
Diese Aufzählung ist nicht vollständig. Auch bei anderen Rassen und bei Mischlingen kann eine angeborene ein- oder beidseitige Taubheit vorkommen.
Bei Katzen besteht insbesondere bei vollständig weißen Tieren ein erhöhtes Risiko. Blaue Augen können mit einem zusätzlichen Risiko verbunden sein, bedeuten aber nicht automatisch, dass die Katze taub ist.
BAER-Hörtest bei Welpen und Zuchtuntersuchungen
Die Untersuchung von Welpen dient dazu, normal hörende, einseitig taube und beidseitig taube Tiere sicher voneinander zu unterscheiden.
Dies ist für Züchter aus mehreren Gründen relevant:
Auswahl geeigneter Zuchttiere
verantwortungsvolle Zuchtplanung
frühzeitige Information der zukünftigen Halter
Anpassung von Erziehung und Haltung
Dokumentation des Hörstatus jedes Welpen
Erfüllung von Vorgaben einzelner Zuchtverbände
Jeder Welpe wird einzeln und für beide Ohren getrennt untersucht. Die Ergebnisse werden dokumentiert und können für die Zuchtunterlagen beziehungsweise für die neuen Halter bescheinigt werden.
Für die Untersuchung eines gesamten Wurfes bitten wir um vorherige Abstimmung, damit ausreichend Zeit eingeplant und die Zuordnung der Befunde zu den einzelnen Welpen eindeutig vorbereitet werden kann.
Ablauf der Untersuchung
Vor Beginn der Audiometrie werden die Identität des Tieres und die zu untersuchende Fragestellung erfasst. Bei Zuchtuntersuchungen sollten vorhandene Kennzeichnungen wie Mikrochipnummern mitgebracht werden.
Der typische Ablauf umfasst:
1. kurze klinische Beurteilung des Patienten
2. Kontrolle der Identität und gegebenenfalls der Mikrochipnummer
3. Platzierung kleiner Messelektroden im Bereich des Kopfes
4. Einsetzen eines geeigneten Ohrhörers
5. getrennte akustische Stimulation des rechten und linken Ohres
6. digitale Aufzeichnung der elektrischen Antworten
7.fachliche Beurteilung der Messkurven
8. Dokumentation und Besprechung des Ergebnisses
Die Untersuchung ist nur gering invasiv. Die Elektroden werden oberflächlich unter die Haut gesetzt und von den meisten Tieren gut toleriert.
Ist eine Sedierung oder Narkose erforderlich?
Da die zur Messung der Hörfähigkeit erzeugten Klickgeräusche häufig für das zu untersuchende Tier unangenehm sind, werden sie leicht sediert. Dies ist mit einer normalen Narkose nicht zu vergleichen. Bei ausgewachsenen Tieren bevorzugen wir eine Kurznarkose mit einem sehr gut verträglichen Medikament
Die Entscheidung wird individuell getroffen. Ziel ist eine möglichst stressarme Untersuchung bei gleichzeitig verlässlicher Messqualität.
Wie lange dauert der Hörtest?
Die reine Messung dauert bei einem kooperativen Einzelpatienten häufig nur wenige Minuten. Für Anmeldung, Identitätskontrolle, Vorbereitung, Untersuchung, Auswertung und Besprechung sollte jedoch zusätzliche Zeit eingeplant werden.
Bei kompletten Würfen richtet sich die Gesamtdauer nach:
Anzahl der Welpen
Alter und Temperament der Tiere
Qualität der Ableitung
erforderlicher Dokumentation
Kennzeichnung der einzelnen Welpen
gewünschter Impfung
Audiometrie bei vermutetem erworbenem Hörverlust
Eine Hörminderung kann nicht nur angeboren sein, sondern auch im späteren Leben entstehen. Mögliche Ursachen sind unter anderem:
chronische Entzündungen des äußeren Gehörgangs
Mittelohrerkrankungen
Veränderungen des Trommelfells
altersbedingte Degeneration
bestimmte Medikamente oder toxische Einwirkungen
Verletzungen
neurologische Erkrankungen
Veränderungen des Hörnervs oder Hirnstamms
Die BAER-Untersuchung zeigt, ob die akustische Signalübertragung gestört ist. Sie beantwortet aber nicht in jedem Fall allein, wodurch die Hörstörung verursacht wurde.
Je nach Befund können deshalb weitere Untersuchungen sinnvoll sein, beispielsweise:
Videootoskopie
Untersuchung des Trommelfells
CBCT des Mittelohres und Schädels
Myringotomie mit Mittelohrprobe
neurologische Untersuchung
weiterführende Bildgebung
Aussagekraft und Grenzen der Audiometrie
Die BAER-Hirnstammaudiometrie ist ein objektives Verfahren zur Prüfung der neuronalen Reaktion auf einen akustischen Reiz. Sie eignet sich besonders zur Feststellung einer einseitigen oder beidseitigen Taubheit.
Die Untersuchung ist jedoch kein vollständiger Ersatz für eine umfassende HNO- oder neurologische Diagnostik. Sie zeigt nicht in jedem Fall eindeutig, an welcher anatomischen Stelle die Ursache einer Hörstörung liegt.
Bei auffälligen Ergebnissen beurteilen wir deshalb gemeinsam mit Ihnen:
ob eine angeborene oder erworbene Störung wahrscheinlich ist
ob eine behandelbare Erkrankung des äußeren oder mittleren Ohres vorliegen könnte
ob weitere HNO- oder bildgebende Untersuchungen sinnvoll sind
welche Konsequenzen sich für Haltung, Training oder Zuchteinsatz ergeben
Erfahrung, Technik und sorgfältige Beurteilung
Die Qualität einer audiometrischen Untersuchung hängt nicht allein vom Gerät ab. Entscheidend sind auch:
korrekte Platzierung der Elektroden
passende akustische Stimulation
Vermeidung von Störsignalen
ruhiger Umgang mit dem Tier
fachgerechte Interpretation der Kurven
eindeutige Zuordnung und Dokumentation der Patienten
Dr. Jens M. Diel und sein Team führen BAER-Hörtests seit 2003 durch und hat mehr als 1.000 Patienten audiometrisch untersucht. Diese langjährige praktische Erfahrung ermöglicht eine strukturierte Untersuchung von Einzelpatienten ebenso wie von kompletten Würfen.
Terminvereinbarung
Für einen einzelnen Hund oder eine Katze können Sie telefonisch einen Termin zur Audiometrie vereinbaren.
Bei einem kompletten Wurf teilen Sie uns bitte möglichst vorab mit:
Rasse
Anzahl der Welpen
Alter am geplanten Untersuchungstag
vorhandene Kennzeichnung beziehungsweise Mikrochipnummern
benötigte Bescheinigungen
mögliche Vorgaben des Zuchtverbandes
mit Impfung?
Audiometrische Erfahrung seit 2003
Dr. Jens M. Diel und sein Team führen BAER-Hirnstammaudiometrien bei Hunden und Katzen bereits seit 2003 durch. Mit mehr als 1.000 untersuchten Patienten – darunter zahlreiche Welpen und komplette Würfe – verfügt er und sein Team über außergewöhnliche Erfahrung in der Durchführung und Beurteilung veterinärmedizinischer Hörtests.
Unsere Schwerpunkte:
* seitengetrennter BAER-Hörtest
* Untersuchung von Welpen und kompletten Würfen
* Zuchtuntersuchungen und Bescheinigungen
* Erkennung einseitiger und beidseitiger Taubheit
* Hörprüfung bei erwachsenen und älteren Tieren
* in Kombination mit weiteren Leistungen (Impfung)
Häufige Fragen zum BAER-Hörtest
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Was bedeutet BAER?
BAER steht für „Brainstem Auditory Evoked Response“. Dabei werden die elektrischen Reaktionen des Hörsystems auf akustische Reize gemessen. Im Deutschen werden auch die Begriffe Hirnstammaudiometrie, AEP-Untersuchung oder akustisch evozierte Potenziale verwendet.
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Kann eine einseitige Taubheit erkannt werden?
Ja. Bei der BAER-Untersuchung werden das rechte und das linke Ohr getrennt getestet. Dadurch lässt sich auch eine einseitige Taubheit erkennen, die bei einer normalen Verhaltensbeobachtung häufig unbemerkt bleibt.
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Ist der Hörtest schmerzhaft?
Die Untersuchung ist nur gering invasiv. Kleine Messelektroden werden oberflächlich unter die Haut gesetzt. Dies wird von den meisten Hunden und Katzen gut toleriert.
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Muss mein Tier für die Audiometrie in Narkose?
Bei ruhigen Patienten ist häufig keine Narkose erforderlich. Eine leichte Sedierung kann sinnvoll sein, wenn starke Unruhe oder Bewegungen eine zuverlässige Messung verhindern. Dies wird individuell entschieden.
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Wie lange dauert eine BAER-Untersuchung?
Die eigentliche Messung dauert bei einem kooperativen Einzelpatienten meist nur wenige Minuten. Für Vorbereitung, Identitätskontrolle, Auswertung und Besprechung sollte zusätzliche Zeit eingeplant werden.
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Ab welchem Alter können Welpen untersucht werden?
Welpen können bereits in einem jungen Alter audiometrisch untersucht werden. Der geeignete Zeitpunkt sollte so gewählt werden, dass das Ergebnis zuverlässig dokumentiert und der einzelne Welpe eindeutig identifiziert werden kann. Bei Zuchtuntersuchungen können zusätzlich Vorgaben des jeweiligen Zuchtverbandes gelten.
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Welche Tiere sollten audiometrisch untersucht werden?
Ein Hörtest ist besonders sinnvoll bei Welpen aus Rassen mit erhöhtem Risiko für angeborene Taubheit, bei weißen oder merlefarbenen Tieren, bei Verdacht auf eine Hörstörung sowie im Rahmen von Zucht-, Dienst- oder Einsatzuntersuchungen.
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Kann ein ganzer Wurf an einem Termin untersucht werden?
Ja. Komplette Würfe können nach vorheriger Terminabsprache untersucht werden. Jeder Welpe wird einzeln identifiziert und für beide Ohren getrennt getestet.
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Erhalte ich eine Bescheinigung über das Ergebnis?
Die Untersuchungsergebnisse werden dokumentiert. Bei Zuchtuntersuchungen kann für die einzelnen Tiere eine entsprechende Befundbescheinigung erstellt werden. Besondere Formulare des Zuchtverbandes sollten zum Termin mitgebracht oder vorher übermittelt werden.
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Kann die Audiometrie die Ursache einer Taubheit feststellen?
Die BAER-Untersuchung zeigt, ob die Weiterleitung akustischer Signale gestört ist. Sie klärt jedoch nicht in jedem Fall allein die genaue Ursache. Bei Verdacht auf eine erworbene Hörstörung können zusätzliche Untersuchungen wie Videootoskopie, CBCT oder eine neurologische Untersuchung erforderlich sein.




