Brachycephalie
Gezielte Zucht auf eine Verkürzung des Schädels hat zur Ausbildung der sogenannten brachyzephalen Rassen ("brachis" = kurz und "cephalus" = Kopf) geführt. Durch Zuchtauslese wurden besonders Nase und Unterkiefer immer weiter verkürzt.
Dies erfolgte aus zwei völlig unterschiedlichen Gründen: Mops und Französische Bulldogge sollen ganz besonders niedlich aussehen und ihre kindliche Stubsnase lebenslang behalten. So sehen auch erwachsene Tiere aus wie ein Welpe und sprechen über das Kindchenschema fürsorgliche Instinkte in uns an.
Ganz anders die Englischen Bulldoggen, sie sollten im Mittelalter beim Kampf mit Bullen besser kämpfen können.
Wird durch überzogene und falsche Zuchtauslese die Kurzköpfigkeit übertrieben, entsteht eine extreme Form der Brachyzephalie.
Extreme Brachyzephalie ist eine menschengemachte Erbkrankheit, die zu schweren und lebenslang anhaltenden gesundheitlichen Schäden führt.
Die gezielte Umformung des Hundeschädels hat zu Deformationen an allen oberen Atemwegen, dem Gebiss, dem Mittelohr, den Augen und des Gehirns geführt. Die Veränderungen werden unter dem Begriff Brachyzephales Syndrom zusammengefasst. Als charakteristische Befunde gelten verengte Nasenlöcher und Nasenhöhlen, ein verlängertes und verdicktes Gaumensegel sowie Veränderungen an Kehlkopf und Luftröhre.
Im Rahmen der eventuell notwendigen chirurgischen Schritte zur Behebung des brachycephalen Syndroms führen wir folgende Operationen durch:
- Erweiterung des Naseneinganges durch vertikale oder horizontale Keilplastik
- Erweiterung des Naseneinganges mittels der Vestibuloplasty nach Prof. Oechtering, Leipzig
- Einkürzung des Gaumensegels (selbstverständlich ohne Laser, empfohlen von Prof. Oechtering, Leipzig)
- Entfernung der Larynxtaschen
- Tonsillektomie


